„Für mich ist der Schwarzgurt keine Prüfung und kein Endziel. Er ist die bewusste Entscheidung, einen Weg zu gehen – den Weg der lebenslangen Entwicklung.“
Das BUDO-7-System orientiert sich an der ursprünglichen Philosophie der traditionellen Kampfkunst. Früher gab es in vielen Schulen lediglich den weißen und den schwarzen Gürtel. Dazwischen lag der persönliche Reifeprozess – und dieser war bei jedem Menschen unterschiedlich. Genau dieser Gedanke bildet die Grundlage meines Systems.
Als Erwachsener beginnst du deinen Weg mit einem weißen Gi und einem weißen Gürtel. Nicht jeder möchte den Schwarzgurtweg gehen. Viele trainieren einfach aus Freude an der Bewegung, für ihre Gesundheit oder aus Begeisterung für die Kampfkunst. Auch das hat im BUDO-7-System seinen Platz.
Der Hakama – Das Zeichen deines Entschlusses
Wenn du dich jedoch bewusst für den Weg zum Schwarzgurt entscheidest, beginnt ein persönlicher Entwicklungsprozess. Anstelle klassischer Farbgurte erhältst du einen Hakama – als sichtbares Zeichen, dass du dich für diesen besonderen Weg entschieden hast.
Der erste Schwarzgurt steht für mich nicht für Perfektion. Er bestätigt, dass du die Grundlagen verstanden hast, Verantwortung für dein eigenes Handeln übernimmst und bereit bist, dich körperlich, geistig und charakterlich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Charakter zählt mehr als reine Technik
Deshalb beurteile ich niemals nur Techniken. Charakter, Respekt, Disziplin, Ehrlichkeit, Demut, Durchhaltevermögen, der Umgang mit Rückschlägen und das Potenzial eines Menschen sind für mich genauso wichtig wie seine technischen Fähigkeiten. Es kommt deshalb durchaus vor, dass ein technisch hervorragender Kämpfer von mir keinen Schwarzgurt erhält, während ein anderer ihn aufgrund seiner Haltung, seines Einsatzes und seiner persönlichen Entwicklung verliehen bekommt.
Im BUDO-7-System entscheidet nicht allein der Meister über den richtigen Zeitpunkt. Du selbst trägst Verantwortung für deinen Weg. Wenn du das Gefühl hast, für den Schwarzgurt bereit zu sein, sprechen wir gemeinsam darüber. Wir reflektieren deine Entwicklung, deine Ziele und deinen bisherigen Weg. Sind wir beide überzeugt, dass der Zeitpunkt gekommen ist, erfolgt die Verleihung des Schwarzgurtes.
Für mich ist diese Verleihung einer der bedeutendsten Momente im Leben eines Kampfkünstlers. Sie würdigt nicht nur das Erlernen von Techniken, sondern auch den Mut, Krisen zu meistern, an sich zu arbeiten, Rückschläge zu überwinden und als Mensch zu wachsen.
Der Schwarzgurt als Neuanfang & Dan-Laufbahn
Mit der Verleihung des Schwarzgurtes endet der Weg nicht – er beginnt erst. Deshalb beginnt die Dan-Laufbahn im BUDO-7-System nach dem Schwarzgurt. Der Schwarzgurt selbst ist bewusst noch kein Dan-Grad. Erst danach folgen der 1. bis 10. Dan als Meilensteine einer lebenslangen Entwicklung.
Jeder Mensch entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Deshalb gibt es im BUDO-7-System keinen starren Prüfungsplan und keine standardisierten Vorgaben. Nicht die Zeit entscheidet über den Schwarzgurt – sondern deine persönliche Entwicklung.
„Der Schwarzgurt wird im BUDO-7-System nicht bestanden. Er wird gemeinsam erkannt und als Beginn eines neuen Lebensabschnitts verliehen.“
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